Reisebericht Schweden/Travemünde



Ihr Lieben, hier könnt ihr an unserem kleinen Roadtrip durch Schweden teilhaben. Nach 26 Stunden Anreise (inkl. Nachtfähre) sind wir endlich angekommen im Land der Elche, holms, lunds und borgs. 

 

Der erste Eindruck ist sehr gut! Viel Platz, leere Autobahnen, viel Natur und sehr freundliche Menschen. Der Weg nach Stockholm ist noch lang, warten wir mal ab... Die Rastplätze hier sind aber definitiv schon einen Blick wert. Sauber, groß, freundlich, natürlich an nem See gelegen. Wahnsinn. Und es riecht außerhalb der Toiletten NICHT nach Urin. Und ich rede nicht von einem Rastplatz mit Restaurant. 

 

Angekommen auf unserem etwas außerhalb von Stockholm gelegenen Campingplatz mussten wir zunächst mit fehlendem Gas, Wasser und Strom kämpfen. Der Stromausfall war allerdings im ganzen Dorf und lag Gott sei Dank nicht am Wohnwagen. :-) Unser erstes Abendessen bestand somit aus Flips und Bier... Auch gut. :-)

 

Am ersten Tag hatten wir traumhaftes Wetter, also machten wir uns via U-Bahn auf den Weg nach Stockholm-Gamla Stan. Ich muss sagen, ich bin total verliebt in die Altstadt! Es ist mega schön, urig, gemütlich, aber trotz Off-Season sehr voll. Die Menschen wirken alle vernetzt und busy. Das ist noch schlimmer als bei uns. Alle scheinen in sich gekehrt. Typisch Großstadt wirkt vieles sehr anonym, die Menschen sind in sich versunken. 

 

Nach einem leckeren und teuren Mittagessen haben wir uns zu Fuß weiter auf den Weg durch die Stadt gemacht. Das Rathaus ist wunderschön, direkt am See gelegen. Leider hatten wir in 2 Tagen vollem Aufenthalt keine Zeit zu den Schären zu fahren. :-(

 

Dafür konnten wir viel vom Stockholmer Stadtleben auch neben dem Tourismus kennenlernen. Es ist heftig, dass sich die Schweden so ziemlich alles bezahlen lassen. :-) Inklusive versiffter öffentlicher Toiletten. :-)

 

Witzig ist, dass die Leute so rumlaufen wie sie möchten. Das ist noch krasser als in Köln. Zwei Mädels liefen als Mangas rum, ein junger Mann lief mit ner Stoffhusky-Mütze rum. Herrlich. 

 

Was wir uns hätten sparen können, war das Fotografiemuseum. Das läuft eher unter der Kategorie Galerie. Es stellen einfach ein paar Künstler aus, und je nach dem wen man erwischt ist es, wie bei uns, relativ uninteressant. Unter Museum habe ich mir was anderes vorgestellt. Dafür 15 Euro Eintritt fand ich ziemlich unnötig. Das Vasa-Museum dagegen ist wunderschön und sehr detailreich und liebevoll gestaltet. Wirklich sehr interessant! Auch für Leute, die nicht so auf Kultur stehen. :-)

Als kleines und niedliches Museum haben wir in Langholmen das ehemalige Gefängnis erlebt. Das Gefängnis ist mittlerweile ein Hotel, was schon sehr gespenstig ist, wenn man durch die Gänge guckt. Das Museum an sich ist sehr klein, aber interessant und kostet auch nur 3 Euro umgerechnet. 

 

 

 

Stockholm



Weiter ging es dann nach Tived zum Nationalpark. Leider im strömenden Regen. Ein Traum mit Wohnwagen... Als wir ankamen, lockerte es allerdings auch schnell auf. Der Campingplatz, den wir uns ausgesucht hatten (geführt von Holländern), lag direkt am See, einfach traumhaft! Der Undensee, heißt es, sei der klarste See in ganz Schweden. Die Sanitäranlagen waren einfach unglaublich sauber, da sich jeder die Schuhe vorher ausziehen musste, und das auch tat. Auch der Rest (Spülbereich, Chemiekloentsorgung etc) waren sehr sauber und gepflegt. Duschen kosten 5 Kronen für 5 Minuten. Für morgens konnte man frische Brötchen bestellen, auch ein Pluspunkt. Aber das Highlight ist der Nationalpark an sich. Es gibt mehrere Wanderwege, verschiedener Längen und Schwierigkeitsgrade. Am ersten Tag sind wir den 3,5 Stunden Weg gegangen. Man fühlt sich wie in einem verwunschenen Märchenwald, man denkt, jeden Moment kommt ein Troll, Kobold oder Elch um die Ecke. Vielleicht aber auch ein Hase mit Brille. ;-) Man hört allerdings, außer einer ganz leisen Natur, einfach nichts. Ich habe versucht, diese Stimmung fotografisch einzufangen, aber das ist mir nicht wirklich gelungen, weil man es nicht einfangen KANN! 

Tiveden Nationalpark


Weiter gehts nach Vimmerby. Auf dem Weg dorthin mussten wir anhalten und auf einer Brücke neben rasenden LKWs waghalsige Bilder der wunderschönen Aussicht machen. :-)

 

Der Campingplatz liegt auch wieder direkt am See, ist allerdings allgemein nichts Besonderes. Die Stadt an sich muss man nicht unbedingt gesehen haben, war nichts los. Das ist aber wohl auch in der Hauptsaison nicht anders. Das Einzige was man sehen sollte, ist die Astrid Lindgren Welt, die mit 45 Euro pro Person aber sehr teuer ist, sich ohne Kinder nicht wirklich lohnt, und wir deshalb ausgelassen haben.

 

Was aber sehr sehenswert ist, ist der Elchpark, den man mit dem Auto gut erreichen kann. Dort angekommen, zahlt man die Rundfahrt und wartet, bis der Wagen einen einsammelt, ich glaube das ist jede Stunde der Fall. Die Fahrt durch den Park findet in einem Trecker mit mehreren Anhängern statt, in dem einige Menschen Platz finden. Auf dem Gelände selber laufen dann tatsächlich jede Menge Elche rum, die natürlich eine Touristenattraktion sind und dementsprechend zutraulich. Wie unten auf den Bildern zu sehen, konnte man sie sogar von Mund zu Schnauze mit Kartoffeln füttern. Wir wurden also wortwörtlich vom Elch geknutscht. :-) Gott sind die süß und weich und lieb und groooß! 



Die letzte Station in Schweden war dann Getno Gard bei Ryd. Ein traumhaft schön gelegener Campingplatz auch wieder direkt am See. Wir nutzten die Wanderwege diesmal zum Joggen. :-) Das war ein Spaß. Leider spielte zu dem Zeitpunkt das Wetter schon nicht mehr mit. Wir mussten im Nieselregen Feuer machen, und konnten uns fast nur im Wohnwagen aufhalten. Somit entschieden wir uns, die eigentlich letzte Station Löderup auszulassen, da nur Regen angesagt war, und die Fähre umzubuchen (Dank Flex-Ticket kein Problem). So mussten wir am dritten Tag morgens um 04.00 Uhr aufstehen und Richtung Fähre fahren. Auf dieser haben wir dann noch 4 Tage Neustadt in Holstein (bei Timmendorf) gebucht. Auf gehts!



Die Fährfahrt war, obwohl sie über Tag ging, relativ entspannt. Wir hatten in dem Fall die Peter Pan, und die ist etwas besser ausgestattet, als die Fähre auf der Hinfahrt (Robin Hood). Wir konnten essen gehen, uns den Shop angucken, schlafen (wir hatten Gott sei Dank eine Kabine) und schwups waren wir nach acht Stunden schon da. Nach kurzer Autofahrt waren wir am letzten Campingplatz unserer Reise angekommen. Und der hat alle Erwartungen übertroffen. Direkt am Meer gelegen, die Sanitäranlagen mega neu, groß und sehr sauber! Und wir hatten Glück mit dem Wetter. Es wurde täglich schöner und nachdem wir uns Timmendorfer Strand und Lübeck angeguckt haben, konnten wir dann zwei Tage noch am Strand entspannen. :-)

 

Mein Resumé zu dem Urlaub ist: Wir werden definitiv wiederkommen, ob jetzt mit Wohnwagen oder mit Schwedenhaus ist noch nicht ganz klar. Aber wenn dann auf jeden Fall in der Hauptsaison, man findet trotzdem immer einsame Plätzchen. :-)