Reisebericht Normandie, Frankreich

Ostern 2017

Gestartet haben wir unseren Kurzurlaub in einem Centerparcs im Elsaß, aufgrund des Geburtstags meiner Schwiegermama in spe. Dort waren wir also vier Tage mit der Familie meines Freundes und seinen Neffen sowie der kleinen Nichte. Nach zahlreichen Stunden im Spaßbad wollte ich doch mal etwas Tageslicht sehen und so fuhren mein Freund und ich mit dem Bulli durch die "Landschaft". Ich setze das Wort bewusst in Anführungsstriche, da es in der gesamten Umgebung nichts weiter gab als Felder, Raps und gefühlt verlassene Dörfer. Unglaublich leer, kaum ein Mensch auf der Straße (hat ja auch mal was für sich, wenn man wie ich aus NRW kommt :-)) Die Dörfer sind auch ziemlich interessant, da es wohl keine Regelung bezüglich Architektur gibt. Jeder baut wie er will, der eine baut ne Finka, der andere nen Bunker, unfassbar. Naja, das Wetter war auch mehr als bescheiden, aber ich konnte ein paar Aufnahmen machen. 


War echt süß überall die kleinen Schäfchen zu sehen. Naja, am dritten Tag waren wir in einem Tierpark. Also ich muss sagen, ich war überrascht, wie groß der war. Unglaublich! Es gab Bären, Wölfe, Störche und viele weitere Tierarten. Die haben es dort ziemlich gut, da unglaublich viel Natur drumherum ist. Die Tiere wirken nicht eingesperrt, das fand ich echt toll. 


Da mein Freund und ich noch die folgende Woche frei hatten, haben wir noch bis Samstag ein Hotel in Wimereux gebucht. Dort sind wir dann Dienstag hingefahren. 500 km Richtung Calais, freie Autobahnen, landschaftlich überhaupt keine Veränderung währen der kompletten Fahrt. Wieder nur Felder, Raps und kleine Dörfchen. Als wir in Wimereux ankamen, haben wir das Hotel gesucht.... Adresse und Hausnummer stimmten, wir waren aber doch in einer 30er Zone...weit und breit kein Hotel. Ok, die Franzosen verstehen offensichtlich etwas anderes darunter. Wir wohnen also in einem (wirklich liebevoll und nagelneu) umgebauten Gartenhaus in einem Privatgarten. Das Zimmer bestand aus Bett, Bad und Klo. Die beiden kleinen Bäder waren getrennt voneinander und jeweils mit einer Schiebetür zu schließen. Wobei die Klo-Schiebetür geschlossen allerdings rechts und links noch 2-3 cm offen stand...soviel zur Privatsphäre. ;-) Einen Kleiderschrank oder eine Garderobe gab es auch nicht. Man kann sich vorstellen, wie das Zimmer in kürzester Zeit aussah... Leben aus dem Koffer. Auch gut. Die Gastgeberin war aber wirklich super nett, auch wenn sie nicht wie angegeben englisch sprach, sondern nur französisch... Man konnte sich dennoch irgendwie verständigen. Frühstück war auch super lecker und reichhaltig, einzunehmen im Privatwintergarten. :-) 

 

Am Anreisetag haben wir uns noch das Städtchen und die Gegend angeguckt. Wirklich süß. 

Wir machten dann noch einen Spaziergang am Strand entlang, es war mega kalt und stürmisch, aber wenigstens schien die Sonne. Was ich echt krass fand, war, dass überall in den Klippen alte deutsche Bunker aus dem zweiten Weltkrieg "rumlagen". Sie sind nämlich in die Klippen gestürzt, ob das die Franzosen waren?

Hihi, mein armer Schatz durfte meine Kameraausrüstung tragen. :-) 


Am nächsten Tag sind wir zu einem der "Deux Cap" gefahren. Ist dann doch zu weit zu laufen. Als erstes schauten wir uns den Cap Blanc an. Eine weiße Klippe, die voll mit Möwen war, das hab ich noch nicht erlebt. Gott sei Dank sind wir sauber geblieben. :-)

Wir hatten von dort oben eine wahnsinns Aussicht!


Am folgenden Tag sind wir von Wimereux aus in die nächste Stadt, Boulogne sur mer, gelaufen. Am Strand entlang, über Klippen und durch Watt. :-) Das war mega anstrengend!

Angekommen, durften wir feststellen, dass Boulogne sur mer eine einzige Baustelle war. Und laut! Und voll! Ich hatte eigentlich keine Lust mehr. Dazu kam, dass wir Hunger hatten, also entschlossen wir uns in eine Brasserie zu gehen. NIEMAND sprach englisch. Also bestellte ich das was ich kannte. Tagliatelle mit Lachs... Kann man ja nicht viel falsch machen... dachte ich! Die Nudeln waren nicht gesalzen, dazu noch lauwarm, und der Lachs war Räucherlachs. Sowas lege ich mir aufs Brötchen! Beschweren kann ich mich auf französisch leider nicht! Nach diesem Reinfall, sind wir dann mit Hunger weiter Richtung Altstadt. DA war es dann richtig schön. Alte Häuser, kleine Gassen, süße Geschäfte. Wirklich toll! Es hatte sich also doch gelohnt. 


Freitag sind wir zum Cap griz nez gefahren. Das ist die andere Klippe, die eher etwas geschichtsträchtig ist. Überall stehen deutsche Bunker verteilt. Man kann sich kaum vorstellen, was da mal abgegangen ist. Am 20.09.1944 kam es zur größten Luftoffensive gegen diesen Sektor. Die Royal Air force startete fast 600 Bomber, die mehr als 6000 Bomben von 250-500 kg abwarfen, welche das Land in eine kraterübersäte Mondlandschaft verwandelten. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Gott sei Dank, bis eben auf die Bunker. 

 

Vom Cap griz nez sind wir dann nach  Tardinghen gefahren. Nach langem Suchen haben wir mein Ziel, dass ich vor Augen hatte, gefunden. Man kann dort am Strand ein vor 100 Jahren auf sandgelaufenes U-Boot aus dem ersten Weltkrieg sehen, welches bei Ebbe freigelegt wird. Es liegt quasi in einer "Pfütze" und rundherum ist Sand. Leider war das Wetter echt sch... sodass das Licht zum fotografieren nicht optimal war. Dennoch bin ich barfuß, aber mit Jeans in das knietiefe Wasser gegangen, samt Stativ und Kamera und habe ein paar Aufnahmen von dem Boot gemacht. Das Wasser war so kalt, dass ich meine Beine irgendwann nicht mehr gespürt habe, aber was tut man nicht alles für ein Foto. :-)

 

Mein Fazit über diesen Urlaub ist, dass landschaftlich recht schön ist, zwar durch die vielen Baustellen in der Nebensaison schlecht zu beurteilen, aber die Franzosen so sind, wie man sie kennt. Sehr eigen. Die jungen Franzosen sind da schon etwas weltoffener. 

 

Als nächstes geht es im Sommer nach Schweden, mit Bulli und Wohnwagen. Darauf freue ich mich schon seeehr. :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0